Haus in einem Hinterhof

Haus für einen Designer

Projekt gemeinsam mit Walter Angonese
Künstlerische Intervention Manfred Alois Mayr
Architekturfotografie David Schreyer

An die Stelle eines ehemaligen Postamtsgebäudes aus den 1930er Jahren wurde ein Monolith mit eigenwilliger Dachform in den historischen Ortskern von Neumarkt gesetzt. Trotz seiner eigenständigen Ausprägung knüpft er vielfache Referenzen zur umliegenden Bebauung. Das architektonische Konzept zielt darauf ab, die innere Struktur des Wohnhauses nach außen soweit aufzulösen, dass der Charakter eines massiven Volumens mit präzise ausgeschnittenen Öffnungen in den Vordergrund tritt.

Die ins Extreme gesteigerte Dachform ist das Resultat intensiver Studien, Abstimmungen mit dem Denkmalamt und dem spielerischen Ausreizen gesetzlicher Rahmenbedingungen. Im Süden sind auf diese Weise Fassadenhöhe, Belichtung und Besonnung maximal, im Norden ermöglicht das tief nach unten gezogene Dach eine bessere Lichtausbeute für den angrenzenden Innenhof und das dahinter liegende Gebäude. Hochleistungsziegel in 50 cm Stärke ohne Wärmedämmung bilden die Außenwände des Wohnhauses, die Fensterlaibungen nutzen die gesamte Mauertiefe und werden durch eine Minimalintervention des Südtiroler Künstlers Manfred Alois Mayer akzentuiert.

Die statische Struktur ist einfach und bedingt logisch die Grundrisskonzeption: von einer zentralen Mittelstütze, die gleichzeitig den Kamin bildet, führen windmühlenartig vier Deckenträger aus Beton an die Außenwände. Um diesen Kern herum entwickelt sich das Wohnen von unten nach oben über vier Geschoße bis hinauf in den spitzen Giebelraum.

Innenausbau und Materialkonzept wurden in Zusammenarbeit mit dem Bauherren, einem Designer, entwickelt und sind einfach und pur: raue Betonoberflächen, unbehandelte Fichte und vielfältig eingesetzten Multiplexplatten erzeugen einen rohen und dennoch wohnlichen Charakter.