Revitalisierung eines Wirtschaftsgebäudes
Revitalisierung eines Wirtschaftsgebäudes
In der von Weinbergen und Obstbau geprägten Kulturlandschaft am Kalterer See entstanden über Jahrhunderte hinweg Wirtschaftsbauten von großer architektonischer Ästhetik. Ein solcher, 400 Jahre alter Weinhof, wurde einer neuen Nutzung zugeführt. Die Umwidmung der ehemaligen landwirtschaftlichen Kubatur unterlag dabei strengen gesetzlichen Bedingungen, wodurch abseits von Marktspekulation ein kostenbewusster Wohnbau für die lokale Bevölkerung entstehen konnte. Ziel des denkmalschützerischen Konzepts war es, den Bau in seinem äußeren Erscheinungsbild möglichst unverändert zu belassen und den besonderen Grundcharakter des Wirtschaftsgebäudes zu erhalten.

Das gesamte Erdgeschoss bleibt weiterhin für landwirtschaftliche Zwecke verfügbar und die Halle auf drei Niveaus, überspannt von einer mächtigen Holzbalkendecke, original erhalten, ebenso wie die Gewölbekeller.

Die beiden darüber liegenden Wohngeschoße wurden als eigenständiger Holzbau von oben in die Bestandsstruktur gestellt und die Holzdecke in Verbundbauweise mit Beton verstärkt. – Ein „Haus im Haus“ mit Respektabstand zum Bestand. Alle weiteren statischen Eingriffe folgten dem konsequenten Grundsatz, die historische Substanz zu schützen. Ökologisch auf den Stand der Technik gebracht bildet die Gebäudehülle nun mit der neuen Haustechnik zum Heizen und Kühlen ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Ohne das charakteristische Krüppelwalmdach oder die Außenmauern markant aufzubrechen, gelang es, mit wenigen neuen Öffnungen eine effiziente Lichtausbeute für die Innenräume zu erzielen.
Die Grundrisse der drei Wohnungen zwischen 42 und 95 m2 regieren auf die ursprüngliche Struktur des Weinhofes und dessen Eigenheiten: es entstehen tiefsitzende Fenster für präzise Blickausschnitte in die Weinberge, luftige zweigeschossige Raumzwickel oder eine tiefe Loggia in Anlehnung an den ehemals offenen Dachraum. Alle neuen Holzbauteile treten durch die dunkle Lasur zurück – das ursprüngliche Gebäude bleibt visuell lesbar und das Erscheinungsbild eines Nutzbau der Weinkultur erhalten.

